Ein warmer Sommertag, die Sonne scheint auf das Gartenbeet und der betörende Duft von Lavendel liegt in der Luft – wer wünscht sich da nicht, dass dieser Anblick gleich mehrfach im eigenen Garten blüht? Lavendel verbreitet nicht nur mediterranes Flair, sondern ist auch ein beliebter Magnet für Bienen und Schmetterlinge. Viele Hobbygärtnerinnen und Hobbygärtner träumen deshalb davon, ihren Lieblingsduftstrauch ganz einfach selbst zu vermehren. Lavendel vermehren ist tatsächlich unkomplizierter, als man denkt – mit ein wenig Geduld und dem richtigen Know-how kannst du deinen Garten Stück für Stück in eine duftende Oase verwandeln.
Das Wichtigste in Kürze
- Lavendel kann auf natürliche Weise durch Stecklinge, Samen, Absenker oder in bestimmten Fällen durch Teilung vermehrt werden – jede Methode hat ihre eigenen Vorteile und Anforderungen.
- Die beste Zeit zur Vermehrung liegt im späten Frühling bis Frühsommer, da Lavendel während dieser Phase besonders wachstumsfreudig ist und sich gut entwickeln kann.
- Je nach Methode dauert es unterschiedlich lange, bis der vermehrte Lavendel blüht – bei Stecklingen oft im Folgejahr, bei Aussaat kann es bis zu zwei Jahre dauern, Absenker sind meist schneller etabliert.
- Ein sonniger, gut durchlässiger Standort sowie ein sandig-lockeres Substrat sind entscheidend dafür, dass junge Lavendelpflanzen erfolgreich anwachsen und kräftig heranwachsen können.
- Nach der Vermehrung ist eine angepasste Pflege wichtig: Wenig, aber regelmäßiges Gießen sowie Schutz vor zu starker Sonne oder Nässe unterstützen die jungen Pflanzen in ihrer Entwicklung.
Lavendel vermehren: So gelingt dir die natürliche Vermehrung im eigenen Garten
Wie kann man Lavendel am besten vermehren?
Wer Lavendel vermehren möchte, hat mehrere natürliche Möglichkeiten zur Auswahl. Besonders beliebt sind das Ziehen von Stecklingen, die Anzucht aus Samen sowie das Absenken von Trieben. Jede Methode hat ihre eigenen Vorteile und eignet sich je nach Erfahrungsstand, verfügbarem Platz und gewünschtem Ergebnis. Traditionell wird die Stecklingsvermehrung als besonders effektiv angesehen, da sie unkompliziert ist und relativ schnell zu kräftigen Jungpflanzen führt. Dabei wird ein etwa zehn Zentimeter langer, nicht verholzter Trieb unterhalb eines Blattknotens abgeschnitten und in ein nährstoffarmes Substrat gesteckt. Nach einigen Wochen bilden sich bei guter Pflege erste Wurzeln.
Welche Jahreszeit eignet sich am besten zum Lavendel vermehren?
Die ideale Zeit, um Lavendel zu vermehren, liegt im späten Frühling bis zum Frühsommer. Zwischen Mai und Juni ist die Pflanze besonders aktiv im Wachstum – perfekte Bedingungen für das Entnehmen von Stecklingen oder das Setzen von Absenkern. Für die Aussaat eignen sich die Monate März und April, wenn es noch kühl, aber hell genug ist. Wichtig ist dabei, dass der ausgesäte Lavendel eine konstante Temperatur und genügend Licht bekommt, um gut zu keimen. Im Herbst ist eine Vermehrung ebenfalls möglich, allerdings treiben die Pflanzen dann meist erst im nächsten Frühjahr kräftig aus.
Wie lange dauert es, bis der vermehrte Lavendel blüht?
Bis eine neu vermehrte Lavendelpflanze ihre ersten Blüten zeigt, kann etwas Geduld erforderlich sein. Bei der Vermehrung über Stecklinge ist meist im darauffolgenden Sommer mit einer ersten Blüte zu rechnen. Vorausgesetzt, die Jungpflanzen bekommen den richtigen Standort sowie ausreichend Pflege. Bei der Aussaat dauert es in der Regel länger – hier kann es bis zu zwei Jahre dauern, bis sich prächtige Blüten entwickeln. Die Absenker-Methode führt oft schneller zum Ziel, da dabei bereits vorhandene, kräftige Triebe verwendet werden.
Welche Bedingungen sind wichtig, damit Lavendel gut anwächst?
Damit Lavendel vermehren gelingt und die Jungpflanzen gut anwachsen, kommt es vor allem auf den richtigen Standort und ein geeignetes Substrat an. Lavendel bevorzugt einen sonnigen Platz mit durchlässigem, eher sandigem Boden. Staunässe sollte unbedingt vermieden werden, da empfindliche Wurzeln leicht faulen können. Junge Pflanzen benötigen in der Anfangszeit etwas mehr Aufmerksamkeit: Ein gleichmäßiges, aber sparsames Gießen sowie Schutz vor starkem Regen oder Frost sind empfehlenswert. Sobald sich das Wurzelwerk gut etabliert hat, zeigt sich Lavendel als erstaunlich widerstandsfähig und genügsam.
Lavendel teilen: Wann und wie das möglich ist
Kann man Lavendel durch Teilen vermehren?
Die Methode, Lavendel zu vermehren, lässt sich auf verschiedenen Wegen umsetzen – das Teilen einer Lavendelpflanze gehört allerdings eher zu den weniger geläufigen Techniken. Grundsätzlich gilt Lavendel als Halbstrauch, der im unteren Bereich schnell verholzt und keine Ausläufer bildet. Deshalb ist das Teilen der Pflanze nicht bei allen Lavendelsorten einfach durchführbar. Dennoch gibt es vereinzelt Möglichkeiten, besonders bei jüngeren Pflanzen oder gut verzweigten Exemplaren mit mehreren Trieben. In solchen Fällen kann ein vorsichtiges Trennen einzelner Pflanzenteile durchaus gelingen. Wichtig ist dabei, dass jeder abgetrennte Teil über ausreichend eigene Wurzeln verfügt, damit er sich an einem neuen Standort etablieren kann.
Was ist beim Teilen älterer Lavendelpflanzen zu beachten?
Ältere Lavendelpflanzen zeichnen sich oft durch eine starke Verholzung im unteren Bereich aus. Das macht das Teilen schwieriger, da sich die Wurzelballen nur schwer trennen lassen und die neuen Pflanzenteile nicht ausreichend vitales Material enthalten könnten, um gut anzuwachsen. Wer dennoch ältere Lavendel durch Teilung vermehren möchte, sollte besonders behutsam vorgehen. Zunächst empfiehlt es sich, die Pflanze im Frühjahr oder Frühherbst auszugraben und mit einem scharfen, sauberen Messer oder Spaten in zwei oder mehr große Teile zu schneiden. Jeder Teil sollte dabei sowohl Blattmasse als auch gesunde Wurzeln aufweisen. Anschließend ist es ratsam, die frisch geteilten Stücke in lockeres, gut drainiertes Substrat zu setzen und für einige Wochen regelmäßig, aber sparsam zu gießen.
Welche Lavendelsorten eignen sich zum Teilen?
Nicht jede Lavendelsorte lässt sich gleich gut teilen. Besonders die Sorten des sogenannten Echten Lavendels (Lavandula angustifolia) gelten als empfindlich, wenn es um das Teilen geht, da sie im Alter stark verholzen. Besser geeignet sind häufig die kräftig wachsenden Schopflavendel (Lavandula stoechas) oder Hybridarten (Lavandula x intermedia), sofern sie jung verpflanzt werden. Diese entwickeln mitunter buschige Wuchsformen, bei denen sich einzelne Triebe mit Wurzelansatz abtrennen lassen. Dennoch bleibt das Teilen insgesamt eine weniger etablierte Methode zur Lavendel-Vermehrung, die mit Vorsicht und Erfahrung angewendet werden sollte. Für viele Hobbygärtnerinnen und -gärtner sind daher Stecklinge oder Absenker deutlich unkomplizierter im Umgang.
Lavendel vermehren durch Stecklinge, Aussaat und Absenker
Wie funktioniert das Vermehren von Lavendel über Stecklinge?
Wer Lavendel vermehren möchte, findet in der Stecklingsmethode eine weit verbreitete und traditionell genutzte Möglichkeit. Besonders im späten Frühjahr oder Sommer kann diese Methode erfolgreich umgesetzt werden. Dabei wird ein etwa 8–10 Zentimeter langer Trieb von einer gesunden Mutterpflanze abgeschnitten. Ideal sind Triebe, die noch nicht vollständig verholzt, aber auch nicht mehr ganz weich sind – ein Zustand, den Gärtnerinnen und Gärtner als „halbverholzt“ bezeichnen. Die unteren Blätter sollten vorsichtig entfernt werden, sodass der Steckling genügend Angriffsfläche bildet, um neue Wurzeln zu entwickeln. Anschließend wird der Steckling in nährstoffarmes, leicht sandiges Substrat gesteckt – dafür eignet sich beispielsweise eine Mischung aus Anzuchterde und Sand. Mit etwas Geduld und regelmäßigem Gießen – jedoch ohne Staunässe – zeigen sich nach etwa vier bis sechs Wochen erste Wurzelbildungen.
Ist die Aussaat von Lavendelsamen erfolgreich?
Auch die Aussaat ist eine Möglichkeit, Lavendel zu vermehren, allerdings erfordert sie etwas mehr Zeit und Geduld. Die Samen bevorzugen eine sogenannte Kaltkeimung, bei der sie eine kühle Periode durchlaufen müssen, bevor sie zu keimen beginnen. Daher bietet sich eine Aussaat im Spätwinter oder Frühling an – am besten zunächst in Anzuchtschalen auf der Fensterbank oder im Frühbeet. Eine dünne Erdschicht oder leichtes Andrücken genügt, da Lavendel zu den Lichtkeimern zählt. Wichtig sind gleichmäßige Feuchtigkeit und Temperaturen zwischen 15 und 20 Grad. Bis die ersten Keimlinge sichtbar werden, können zwei bis vier Wochen vergehen. Die Jungpflanzen entwickeln sich langsam, zeigen aber mit zunehmender Größe ihre typische silbrig-grüne Blattfärbung.
Was ist ein Absenker und wie lässt sich Lavendel damit vermehren?
Bei der sogenannten Absenkermethode wird ein noch mit der Mutterpflanze verbundener Trieb in die Erde gebogen und dort leicht fixiert – beispielsweise mit einem Stein oder einem Drahtbügel. Dieser Trieb bildet, solange er regelmäßig feucht gehalten wird, innerhalb weniger Wochen bis Monaten eigene Wurzeln. Sobald sich ausreichend Wurzeln gebildet haben, kann der neue Pflanzenteil vorsichtig von der Mutterpflanze abgetrennt und wie eine eigenständige Pflanze an einen gewünschten Ort umgesetzt werden. Diese Methode ist besonders sanft zur Pflanze und eignet sich gut, wenn man behutsam und ohne großen Aufwand Lavendel vermehren möchte.
Welche Methode ist für Anfängerinnen und Anfänger am einfachsten?
Für Menschen, die gerade erst beginnen, sich mit natürlichen Formen der Pflanzenvermehrung zu beschäftigen, ist das Vermehren über Stecklinge oft die zugänglichste Möglichkeit. Diese Methode lässt sich ohne viel Equipment umsetzen, erfordert kein spezielles Vorwissen und bietet innerhalb weniger Wochen sichtbare Erfolge. Im Gegensatz zur Aussaat, die mehr Zeit und sorgfältige Bedingungen benötigt, oder zur Absenkermethode, die vor allem bei größeren Mutterpflanzen praktikabel ist, ermöglichen Stecklinge eine schnelle und überschaubare Umsetzung. Wer dennoch gern experimentiert, kann die verschiedenen Optionen ausprobieren, um herauszufinden, welche Methode persönlich am besten zum Garten und zur eigenen Routine passt.
Tipps zur Pflege nach dem Vermehren von Lavendel
Wie pflegt man jungen Lavendel nach der Vermehrung richtig?
Nachdem du Lavendel vermehren konntest – sei es über Stecklinge, Absenker oder durch Teilung – beginnt die wichtige Phase der Pflege, in der sich entscheidet, wie gut sich die jungen Pflanzen entwickeln. Gerade frisch vermehrter Lavendel benötigt besondere Aufmerksamkeit, um gut anzuwachsen und kräftige Triebe zu bilden. In den ersten Wochen nach dem Einpflanzen ist es ratsam, die jungen Pflanzen regelmäßig zu kontrollieren. Achte darauf, dass das Substrat gleichmäßig feucht, aber niemals nass ist. Staunässe kann jungen Wurzeln schnell schaden, während Trockenheit in der empfindlichen Anfangsphase das Wachstum beeinträchtigen kann.
Ein leichter Schutz vor direkter Mittagssonne hilft vor allem sehr jungen Stecklingen dabei, sich an ihren neuen Standort zu gewöhnen. Nach einigen Tagen bis wenigen Wochen darf die Pflanze dann zunehmend mehr Sonne erhalten, sofern es sich um einen windgeschützten, warmen Ort handelt. Eine Düngung ist in der Anfangszeit in der Regel nicht nötig – Lavendel bevorzugt generell nährstoffarme Böden. Zu viele Nährstoffe könnten sogar zu unerwünschtem, weichem Wachstum führen, das die Pflanze anfällig macht. Stattdessen ist es sinnvoll, das Augenmerk auf stabile Bedingungen, gute Luftzirkulation und regelmäßige, aber nicht zu häufige Wassergaben zu legen.
Wann sollte der erste Rückschnitt erfolgen?
Ein maßvoller Rückschnitt ist bei Lavendelpflanzen grundsätzlich empfehlenswert, doch bei frisch vermehrtem Lavendel sollte man mit dem ersten richtigen Schnitt einige Monate warten. Idealerweise erfolgt dieser im darauf folgenden Frühjahr, sobald die Pflanze kräftiger geworden ist und beginnt, neue Triebe zu bilden. Ein früher Rückschnitt zum falschen Zeitpunkt kann die jungen Pflanzen schwächen oder das Wurzelwachstum hemmen. Beim ersten Schnitt geht es weniger um Formgebung, sondern darum, die Pflanze zum buschigen Wachstum anzuregen. Dabei sollten nur etwa ein Drittel der Triebe eingekürzt werden, und zwar oberhalb der verholzten Stellen.
Welche Rolle spielt der Standort für junge Lavendelpflanzen?
Der richtige Standort spielt eine zentrale Rolle für die weitere Entwicklung des frisch vermehrten Lavendels. Optimal ist ein heller, vollsonniger Platz, an dem die Pflanzen mindestens sechs Stunden Sonne pro Tag erhalten. Zusätzlich ist es wichtig, dass der Boden gut durchlässig ist – idealerweise mit einem hohen Sand- oder Kiesanteil. Auf eher schweren oder lehmigen Böden kann eine Drainageschicht aus Splitt oder Blähton helfen, übermäßige Feuchtigkeit abzuleiten. Windgeschützte Bereiche bieten den jungen Pflanzen zusätzlichen Schutz vor Austrocknung oder Umknicken. Ein pH-neutraler bis leicht alkalischer Boden unterstützt ebenfalls die Entwicklung.
Wie oft sollte man frisch vermehrten Lavendel gießen?
Beim Gießen gilt auch bei jungen Lavendelpflanzen: weniger ist oft mehr. Gerade in den ersten Wochen nach dem Lavendel vermehren ist jedoch ein gewisses Augenmaß gefragt. Frisch gesetzte Stecklinge oder Absenker benötigen regelmäßig Wasser, sollten jedoch nicht im Nassen stehen. Ein leicht feucht gehaltenes Substrat fördert die Wurzelbildung, wobei Staunässe konsequent vermieden werden sollte. Sobald erste neue Triebe oder Blätter sichtbar werden, kann die Gießhäufigkeit schrittweise reduziert werden. Etablierte junge Lavendelpflanzen sind erstaunlich trockenheitsresistent – zu häufiges Gießen kann sie eher schwächen als stärken.
Fazit
Lavendel lässt sich im eigenen Garten auf verschiedene natürliche Weise erfolgreich vermehren – am unkompliziertesten gelingt dies über Stecklinge. Diese Methode ist besonders für Anfängerinnen und Anfänger geeignet und führt bei richtiger Pflege meist schon im darauffolgenden Sommer zur ersten Blüte. Alternativ bieten sich auch die Aussaat oder das Absenken an, wobei letztere Methode besonders schonend für die Pflanze ist. Das Teilen einer Lavendelpflanze ist hingegen seltener praktikabel, da ältere Pflanzen stark verholzen und sich nur schwer aufteilen lassen. Wichtig für alle Methoden ist ein durchlässiger, sonniger Standort sowie ein nährstoffarmes, sandiges Substrat. Nach der Vermehrung brauchen junge Lavendelpflanzen regelmäßige Pflege, sparsame Bewässerung und Schutz vor extremer Witterung. Geduld zahlt sich aus – mit etwas Aufmerksamkeit gedeiht der Lavendel prächtig und bereichert den Garten viele Jahre lang mit seinem Duft und seiner Blütenpracht.




